Anaglyph 3D
Vielleicht kennst du die 3D‑Brillen aus Pappe mit einem roten und einem blau‑grünen Farbfilter. Damit kannst du „Anaglyphenbilder“ sehen. Wenn du hier gelanden bist, ist es gut möglich, dass wir dir so eine Brille in die Hand gedrückt haben. Probiere es doch in der Galerie aus.
- Hasinos, von Nina Rossow
- Marabu Storch, von Michael Piepgras
- Dreirad, von Shauni
- Löwen, von Michael Piepgras
- Blumen und Schmuck, von Tolgart
So funktioniert das:
- Für ein 3D‑Bild braucht man zwei Bilder: eins für das linke und eins für das rechte Auge. Sie sind fast gleich, aber ganz leicht verschoben.
- Für ein Anaglyphenbild werden diese beiden Bilder übereinander gelegt und in verschiedenen Farben eingefärbt, zum Beispiel in Rot und Cyan (eine Mischung aus Blau und Grün)
- Deine 3D‑Brille hat auch Farbfilter: die rote Folie lässt vor allem das rote Bild durch, das cyanfarbene lässt vor allem das cyanfarbene Bild durch
- Jedes Auge sieht dadurch ein anderes Bild. Dein Gehirn setzt beide Bilder wieder zusammen und du hast das Gefühl, dass dir das Bild aus dem Bildschirm „entgegenkommt“ oder du in einen Raum hineinschaust.
Der Effekt Anaglyph‑3D mit Farbfiltern ist beliebt, weil es sehr günstig ist: Man braucht nur ein spezielles Bild und eine einfache Farbbrille aus Pappe.
Du kannst so ein Anaglyphenbild selbst machen – nicht ganz einfach. Wir bieten aber immer mal wieder Kurse dazu an.
Ein Anaglyphenbild selbst machen.
Anleitung für Anaglyph-3D: erst die Fotos richtig aufnehmen, dann am Computer zusammensetzen. Das Grundprinzip ist immer gleich: Zwei leicht versetzte Aufnahmen desselben Motivs ergeben zusammen ein 3D-Bild für Rot-Cyan-Brillen.
1. Fotos so aufnehmen
Für ein gutes Anaglyph-3D brauchst du zwei Fotos vom selben Motiv: eins für das linke Auge, eins für das rechte. Die Kamera bleibt dabei möglichst gleich ausgerichtet, nur seitlich wird sie ein kleines Stück verschoben.
So geht’s:
- Wähle ein Motiv, das still steht: zum Beispiel ein Spielzeug, eine Figur, ein Baum, eine Bank oder ein Gebäude. Bewegte Dinge wie Menschen, Tiere oder Autos machen es schwerer.
- Halte das Hauptmotiv in der Bildmitte. Das hilft später beim Zusammensetzen.
- Mache zuerst das linke Foto.
- Verschiebe die Kamera dann leicht nach rechts, ungefähr um den Abstand deiner Augen, und mache das rechte Foto.
- Achte darauf, dass beide Bilder fast gleich aussehen: gleiche Höhe, gleiche Perspektive, gleiche Zoom-Einstellung.
- Nimm lieber draußen oder bei gutem Licht auf, damit die Fotos scharf bleiben.
Ein Beispiel: Eine Schachtel, ein Legomodell oder eine Pflanze auf dem Tisch funktioniert oft besser als ein spielendes Kind, weil das Motiv während der Aufnahme ruhig bleibt.
2. Am Computer bearbeiten
Am Computer werden die beiden Fotos so übereinandergelegt, dass das linke und rechte Bild für die jeweilige Brille getrennt werden. Dafür kann man Programme wie GIMP, Photoshop, StereoPhoto Maker oder ähnliche Bildbearbeitung nutzen.
Ein einfacher Ablauf:
- Öffne beide Fotos im Bildprogramm.
- Lege das zweite Bild als neue Ebene über das erste oder öffne beide nebeneinander.
- Richte die Bilder so aus, dass das Hauptmotiv möglichst deckungsgleich sitzt. Kleine Verschiebungen kannst du mit dem Verschieben-Werkzeug korrigieren.
- Erzeuge den Anaglyph-Effekt, meist über eine Funktion wie „Make Anaglyph“ oder „Farb-Anaglyphen“.
- Wähle die Farbkombination passend zur Brille, oft Rot-Cyan.
- Speichere das Ergebnis als neue Datei.




